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Bericht aus der Broschüre Klimaschutz in Nordelbien / Oktober 2009


Gemeindehaus in Fahrdorf umfassend wärmegedämmt
 

Nach der energetischen Sanierung des Gebäudes aus den 60er Jahren sanken der Erdgasverbrauch und der CO₂-Ausstoß um mehr als die Hälfte.

Im Herbst 2002 wurden am Gemeindehaus in Fahrdorf an der Schlei erhebliche Bauschäden festgestellt. Sie betrafen einerseits konstruktive Mängel, die schon 1964 bei der Errichtung des Gebäudes entstanden waren. Durch eindringendes Wasser waren Tragglieder des Pultdaches und des Flugdaches beschädigt und die gänzlich ungedämmten Außenwände durchfeuchtet. 1984 war zudem bei Umbaumaßnahmen im Gemeindesaal die Wärmedämmung der Decke unsachgemäß eingebaut worden. Sich niederschlagendes Kondenswasser hatte zur Schimmelpilzbildung auf Beton und Mauerwerk geführt. Hinzu kamen hohe Wärmeverluste durch undichte Fenster.

Das alles hatte immense Heizkosten zur Folge und beeinträchtigte angesichts hoher Luftfeuchtigkeit und eiskalter Wände ganz erheblich die Nutzung des zunehmend muffig riechenden Gemeindehauses. Der Kirchenvorstand der Gemeinde Haddeby, zu der Fahrdorf mit einer zweiten Pfarrstelle gehört, beauftragte den Bauausschuss mit der Durchführung und Koordination des Bauvorhabens. Diplom-Ingenieur Gerhard Steger übernahm im Rahmen seiner Aufgaben als Mitglied im Bauausschuss des Kirchenvorstands die Planung und Bauleitung.

Die grundlegende Sanierung des Gemeindehauses verfolgte drei Ziele: die Bausubstanz langfristig zu erhalten, die Energiekosten zu senken und das Raumklima zu verbessern. Dabei wurde auf höchstmögliche Wirtschaftlichkeit geachtet. Beibehalten wurden zum Beispiel die alten Dachpfannen und die Holzverkleidung der Saaldecke, die zunächst sorgsam entfernt und eingelagert worden ist. Der Einbau der Wärmedämmung von Decken und Außenwänden bildete den Schlüssel, um die gesteckten Ziele, vor allem auch in Hinblick auf den Klimaschutz, zu erreichen. Unter der Saaldecke wurde zunächst die alte, undichte Dämmschicht aus alu-kaschierter Mineralwolle entfernt und eine neue, über 25 Zentimeter breite Dämmung aus Zellulose-Flocken eingeblasen. Die bislang ungedämmte Betondecke in der Nordhälfte des 200 Quadratmeter großen Gemeindehauses erhielt ebenfalls eine Zellulose-Dämmung. Mauerwände wie der Westgiebel wurden mit Mineralfaser und abschließenden Faserzementplatten wirksam gedämmt. Bei allen Stahlbetonstürzen, -pfeilern und -ringbalken musste wegen der geringen Dämmstärke Polystyrol-Dämmstoff (EPS) eingesetzt werden. Als besonders effizient erweist sich der Umbau der Fensterfront des Gemeindesaals. Vor der Sanierung wurde quasi zum Fenster hinaus geheizt, denn die Heizkörper standen ohne Abschirmung vor den Scheiben. Nun stehen sie, versehen mit moderner Wärmeschutzverglasung, vor einer wärmegedämmten Brüstung. Gleichwohl fällt durch die neuen Fenster mehr Tageslicht in den Raum.

Bereits im Sommer 2003 konnten alle Sanierungsmaßnahmen abgeschlossen werden. „Das Gemeindehaus entspricht jetzt bei der Energieeffizienz annähernd einem Neubau“, fasst Gerhard Steger die Situation nach der Sanierung zusammen. Bereits mit Beginn der Heizperiode im Herbst 2003 sank der Energieverbrauch – und damit auch die Kosten und der CO₂-Ausstoß – um mehr als die Hälfte. Die Investitionen von rund 90.000 Euro werden sich in einigen Jahren amortisiert haben. Beim Umbau blieb die Heiztechnik mit einem Erdgaskessel unverändert, der Erfolg beruht auf der umfassenden Dämmung des Gebäudes. Das Energiecontrolling- Programm des Kirchenkreises Schleswig mit der monatlichen Ablesung der Zählerstände brachte das positive Ergebnis rasch an den Tag. Vom ‚prima Klima‘ im generalüberholten Gemeindehaus berichtet Pastor Ingo Gutzmann: „Unsere Senioren, Kleinkindergruppen und Konfirmanden haben sich sehr gefreut: Nun wird es richtig warm im Haus, und die Feuchtigkeit und der Schimmel sind auch weg. Das behagliche Raumklima hat die Aktivitäten sehr belebt. Die Fahrdorfer kommen wieder gerne in das Gemeindehaus.“

Die Sanierung kann als beispielhaft für zahlreiche ähnliche Gebäude der Bauepoche der 60er Jahre gelten, die oft vergleichbare Mängel aufweisen. Die Gemeinde freut sich, auf diese Weise ihren Beitrag zum Klimaschutz geleistet zu haben.


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