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Bericht aus der Broschüre Klimaschutz in Nordelbien / Oktober 2009


Energie- und Wassersparen in der Kita – die Kinder lernen nachhaltiges Handeln 


Das „Kita ökoplus“-Konzept wird im Kindergarten der Wandsbeker Kreuzkirche umgesetzt. Die Beleuchtung wurde erneuert und bietet besseres, energiesparendes Licht.

Die Kindertagesstätte der Kreuzkirche in Hamburg-Wandsbek ist eine von mittlerweile 17 Kitas im Kirchenkreis Stormarn, die am Programm „Kita ökoplus“ teilnimmt. Das Projektteam, angesiedelt im Bildungszentrum UmweltHaus am Schüberg, berät die Erzieherinnen und Erzieher, Eltern und Verantwortlichen in den Kitas vor Ort, wie sie ihre Einrichtung konsequent nachhaltig ausrichten können. Diplom-Ingenieurin Sylvia Hansen, Umweltbeauftragte des Kirchenkreises, leitet das 2002 gestartete Projekt und verantwortet den Gebäude-Bereich. „Jede Kita entscheidet selbst, wie sie ihr Profil stärken möchte“, betont sie. „Unser Konzept unterscheidet zehn Bereiche des Kita-Alltags wie Energie & Wasser, Ernährung, Reinigung, Abfall usw., für die wir Anregungen zum Umweltschutz und Hilfestellungen bei der Umsetzung anbieten.“ Den individuellen Handlungsspielräumen der Kitas entsprechend, können die einzelnen Bereiche nach und nach in Angriff genommen werden. Dabei werde ein ganzheitlicher Ansatz verfolgt. Im Zentrum steht die Umweltbildung der Kinder: Ziel sei es, die Kitas zu ökologischen Lernorten des nachhaltigen Handelns fortzuentwickeln.

Jede teilnehmende Einrichtung erhält eine Holztafel mit Blüte und Schmetterling. Auf den Blütenblättern werden die Bereiche als Schriftzug eingetragen, in denen die Kita bereits einen Standard erreicht und sich ökologisch engagiert hat. Der zusätzliche Schmetterling steht für soziales Engagement. So werden die Fortschritte auch nach außen hin über einen längeren Zeitraum sichtbar. Ob Wassersparen, Recycling, gesundes Essen oder die naturnahe Gestaltung des Außengeländes – die Kinder, die Mitarbeiter/-innen und die Eltern setzen die Veränderungsprozesse zu mehr Nachhaltigkeit gemeinsam in Gang. Die Kita der Kreuz-Kirchengemeinde nimmt offiziell seit Anfang 2009 am Projekt teil und der Schriftzug für den Bereich Energie & Wasser ist ihr schon sicher.

Bereits 2003 wurde im Zuge eines Energiekonzeptes der Kirchengemeinde Kreuzkirche auch die Beheizung der Kita erneuert. Vorher wurde die Kita vom Heizkessel in der nahegelegenen Kreuzkirche mitversorgt, was mit hohen Verlusten bei der Wärmeleitung verbunden war. Daher wurde die Wärmeversorgung dezentralisiert und in der Kita selbst ein moderner Gas-Brennwertkessel installiert. Die Kirchengemeinde spart seither jährlich ca. 135.000 Kilowattstunden Energie und ca. 5.000 Euro pro Jahr. Vermieden wurde damit der Ausstoß von jährlich annähernd 25 Tonnen CO₂. Während der Teilnahme der Kita am Projekt „Energie und Wasser sparen in Kitas“ wurde von Sylvia Hansen und der Umweltbehörde eine Sanierung der Beleuchtung empfohlen. Bislang spendeten eine Vielzahl von Lampen und Strahlern mit konventionellen Glühbirnen das in vielen Räumen kaum ausreichende Licht.

Durch Zuschüsse der Hamburger Umweltbehörde und des Nordelbischen Kirchenamts wurde es in 2005 möglich, die Kita komplett mit Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren umzurüsten. Ca. 2.500 Kilowattstunden konnten dadurch seither jährlich eingespart werden. Maren Hartmann, die Leiterin der Kindertagesstätte, freut ein weiterer Effekt der Umrüstung: „Es ist im Haus insgesamt viel heller und freundlicher geworden. Optimales Licht fördert auch das soziale Miteinander zwischen den Kindern und uns Erziehern.“

Mit geringen finanziellen Mitteln und dabei sehr effektiv wurden inzwischen auch im sanitären Bereich wassersparende Neuerungen umgesetzt. Rauschten früher bis zu 12 Liter Frischwasser in der Minute durch die 15 Wasserhähne an
den Kinder-Waschbecken, sind es nach der Installation von Durchflussmengenkonstanthaltern nurmehr 5 Liter pro Minute. Die zehn WCs in der Kita, bislang ohne Stopptaste, wurden mit 3- und 6-Liter-Tasten nachgerüstet. Das Einsparvolumen beläuft sich pro Jahr auf fast 500 Kubikmeter Wasser und damit über 2.000 Euro bei den Kosten. Bildung und Erziehung zu nachhaltigem Handeln stehen im Mittelpunkt von „Kita ökoplus“. Daher entschied sich die Kita bei der Umrüstung der Wasserhähne bewusst gegen automatische Infrarot-Armaturen. „Die Kinder sollen lernen, etwa beim Zähneputzen den Hahn zwischendurch zuzudrehen“, verdeutlicht Maren Hartmann. Ein anderes Beispiel betrifft das Einüben des richtigen Lüftungsverhalens mit kurzzeitigem Stoßlüften, anstatt Fenster längere Zeit über in Kippstellung zu bringen.

Zum Konzept der ökologischen Ausrichtung der Kitas im Kirchenkreis Stormarn gehört eine gute Dokumentation der erzielten Verbesserungen. So werden in allen Kitas auf Hamburger Gebiet die Energie- und Wasserzähler monatlich abgelesen und in die Software ‚EasyWatt‘ eingepflegt – eine Aufgabe, die Teilnehmer/-innen am Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ) im UmweltHaus am Schüberg übernehmen.

 

 


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